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Vathy auf Methana – ein hübscher Ort zum Verweilen

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Auf Empfehlung von unseren Freunden, die die Gegend schon ausgiebig erkundet haben, wollen wir noch ein paar Tage im Saronischen Golf verbringen. Außerdem steht der Plan an, in den nächsten Tagen ein Auto zu mieten und eine Peloponnesrundfahrt bis Kalamata zu machen, wo inzwischen die Freunde mit der Layla Noa angekommen sind. Der geplante Hafen Nea Epidavros ist leider am Wochenende belegt wegen eines Segelevents, so greift Plan B, Vathy auf der Halbinsel Methana. Bei kaum Wind motoren wir an der Küste entlang, vorbei an einer imposanten Landschaft von riesigen ins Meer abfallenden Bergen/Vulkankegeln in ein kleines hübsches Hafenrund, wo wir auch einen freien Platz finden, allerdings müssen wir mit Heckanker anlegen, was immer mit Stress verbunden ist. Es klappt aber gut, wir kommen neben einem Kat bis zum Kai, wo hilfsbereite Leute die Leinen annehmen. Schnell wird die Stimmung getrübt, weil die dänischen Nachbarn auf dem Kat uns mit lautstarker Stimme erklären, dass unser Anker da in der Mitte der Bucht nicht halten wird. In der Tat sind wir auch nicht voll überzeugt und wir versuchen mit dem Beiboot den Anker zu verlegen. Selbst mit Hilfe des dänischen Nachbarn kommen wir aber nicht weit genug, weil die Ankerrolle nicht lang genug ist. Unter Gundels größter Verzweiflung wird ein neues Ankermanöver gefahren, wo WD und der dänische Nachbar mit unterschiedlichen Ratschlägen Verwirrung stiften. Schließlich sind wir aber sicher am Kai, der Anker scheint zu greifen und wir bekommen eine Hilfsleine vom Nachbarn. Zeit sich wieder abzuregen!

Es zieht sich der Himmel immer mehr zu, es naht eine schwarze Gewitterwand. Und in der Tat, diesmal trifft die Gewitterwarnung voll auf die Wirklichkeit! Wir schaffen es gerade noch rechtzeitig alle Fenster und Luken von unserer White Satin zu schließen, als der erste Blitz und entsprechend laute Donner aus den Bergen niedergehen. Wir sind umgeben von permanentem Krachen und Zucken der Blitze. Dann setzt als nächstes ein Sturzregen ein, der sich (und – heissa – auch White Satin!) gewaschen hat. Wir sind heilfroh mit einer Spring beim dänischen Kat festgemacht zu haben! Irgendwann gegen Abend ist das Spektakel vorbei. Allerdings ist der Strom im Ort gekappt worden. Doch gegen 22.00 gibt’s unter dem lauten Applaus des ganzen Ortes wieder Licht! Alles ist hinterher blitzsauber und die frische Bergluft lässt uns tief durchatmen. Nein, solch ein Gewitter möchte wirklich niemand auf See erleben!!!

Leider müssen wir nach diversen Telefonaten den Plan, ein Auto zu mieten, aufgeben, da auch hier auf Methana kein Auto vorhanden bzw die Autos auf Poros die Insel nicht zum Peloponnes verlassen dürfen. Das ist für uns sehr betrüblich. Gerne hätten wir noch mehr Altertümer und natürlich unsere Freunde in Kalamata besucht!
Wir sind unentschlossen wie wir nun die nächsten Tage verbringen wollen, buchen aber für 4 Tage für 20€ Hafengebühr beim etwas merkwürdigen Hafenmeister. Wir können das Wasser, das wir dringend benötigen, umsonst bekommen, da jemand vor uns seine Karte nicht verbraucht hat! Es gibt hier drei Restaurants, von denen wir das beim Engländer aufsuchen und lecker Fleischmix und wie Pommes gemachte Zucchini essen. Es gibt einen Mini-Market, der aber kaum Obst oder Gemüse hat, drum steht ein Besuch in Methana mit dem Taxi irgendwann an.

Wir sind völlig perplex über die vielen jungen Rucksack-Touristen hier, die aus der LGBTQ- Scene stammen, meist Schwule und diverse Transen auf Plateausohlen und sexy schwarzen Netzhemden, viele aus Italien mit Piercings, Tatoos, Rockschürzen, Kopftüchern im Johnny- Depp-Stil aus Pirates of the Caribbean. Alle sind dermaßen gut drauf und haben viel Spaß zusammen! Sie scheinen fast alle Zimmer des Örtchens gebucht zu haben. Wahrscheinlich haben wir damals als Hippie-Rucksacktouristen ähnlich befremdend auf die einheimischen Griechen gewirkt!
Inzwischen ist es heiß geworden, so dass wir auch nachts anfangen zu schwitzen.

Am nächsten Tag machen wir eine schweißtreibende Wanderung am Strand entlang und dann später weiter hoch zur Chora in die Berge. Die Wege sind eng, viele Häuser alt und verlassen. Aber die Aussicht auf das Meer und gegenüber auf den Peloponnes mit den beeindruckenden Bergen ist fantastisch! Auf dem Rückweg sammeln wir noch von den Bäumen gefallene Zitronen auf, damit wir zum Frühstück unseren Zitronensaft haben!


Den Abend verbringen wir noch an Bord der 50 SunOdyssee von Martin, dem deutschen Broker aus der Schweiz zusammen mit Sabine und Hans aus Österreich, die ihr 8m-Boot selbst gebaut haben und über die Donau in die Ägäis gekommen sind. Es wird heiß diskutiert, weil sich Martin als Corona-Leugner und Impfgegner herausstellt!

Der folgende Sonntag, an dem wir eigentlich den Vulkan mit dem Taxi besuchen wollen, beginnt frühmorgens mit einer Überraschung! Es wird am Hafenslip eine Discoanlage mit ohrenbetäubender Musik aufgebaut, dann ein großes aufblasbares Zieltor über den Slip gebaut und schließlich laut das Programm der hiesigen GO-Aktivitäten angekündigt: der 6km-Volksschwimmwettbewerb im freien Wasser. Schnell ziehen wir noch unseren Heckanker ein und gehen erneut an den Kai, nämlich an die einzige Muringleine, die die abgefahrenen Österreicher für uns frei gemacht haben. Puh, erneut Stress nach dem Frühstück!



Natürlich bleiben wir in Vathy, zumal dann auch noch eine große Demo der hiesigen Fischer ansteht: für ein sauberes Meer – nein zu Fischfarmen! Es wird ein äußerst turbulenter Tag, das ganze Örtchen ist auf den Beinen! Damit haben wir im Traum nicht gerechnet, so hautnah Zeugen der lokalen Aktivitäten zu werden. Wir sind begeistert.


Inzwischen laufen immer mehr Segelboote und große Kats ein, so dass der Steg proppenvoll wird und wir heilfroh an unserer sicheren Muringleine liegen.
Nach all dem Trubel des Tages gönnen wir uns abends ein Abschiedsmahl in der Fischtaverne gegenüber. Köstlich die Fische und das Garnelen-Saganaki!!!

Wir überlegen lange hin und her, ob wir vielleicht noch die kommende Woche in der Gegend bleiben und eventuell besichtigen oder doch schon lieber Richtung Euböa und Werft aufbrechen sollen. Ab Donnerstag wird es dort mehrere Tage heftig stürmen, so dass es vielleicht schwierig sein wird, die Werft am 30.06. zu erreichen. Den Rückflug haben wir für den 03.07. gebucht (mit Stornomöglichkeit!!!)

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