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Wir bleiben 4 Tage in Paroikia (01.-04.06)

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Wir sind froh für die nächsten Tage diesen sicheren Platz im Innenhafen bekommen zu haben und nutzen die Zeit, um unsere Vorräte aufzufüllen. Die Gasflasche muss getauscht werden, wir haben kaum Trinkwasser, Brot, Gemüse, alles fehlt. Hier ist alles praktisch, gleich 3 Supermärkte in unmittelbarer Nähe, Gas gibt es auch direkt am Hafen, nur die Selbstbedienungswäscherei ist einen km entfernt. Die brauchen wir aber ganz dringend nach drei Wochen. So packen wir die Fahrräder aus und ziehen zwei Tage lang bepackt zur Wäscherei. Dadurch dass der Keller von den Rädern befreit ist, können wir mal wieder das Wasser in der Bilge kontrollieren. Es ist nur ein feuchter Lappen, aber wo es herkommt ist nicht zu entdecken. Immerhin beruhigend, dass es nur wenig Wasser ist.

Bei den notwendigen Beschäftigungen entdecken wir aber immer mehr von der wirklich hübschen Stadt mit wunderschönen kleinen blumenbewehrten Gassen. Besonders eindrucksvoll die Hauptkirche, ein altes Kloster, mit einer ungewöhnlichen Architektur. Die wichtigste religiöse Ikone ist eine schwarze Madonna. Die Gläubigen stehen Schlange um vor ihr zu beten und sie zu küssen.

Die ganzen 4 Tage gibt es starken SW Wind 5-6 Bf, und die Boote an der Außenmauer tanzen wie verrückt, wir liegen aber relativ ruhig. Nur das ständige Pfeifen in den Wanten stört. Trotz des Starkwindes verlassen jeden Tag einige Boote den Hafen und es kommen auch immer wieder neue, meistens Charter-Kats, die aber alle an der Außenmauer anlagen müssen. Jason ist der große Dirigent der Anker und Leinenmanöver!

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Große Aufregung verursacht ein Einhandsegler, der neben uns anlegen soll. Er fährt mit viel Gas direkt auf den Kai bis es kracht, zum Glück nur auf seinem Boot. Die Anweisungen von dem Hafenmeister ignoriert er, aber irgendwie bekommen alle Nachbarn ihn fest. Er hat eine merkwürdige Bootsausschmückung an Deck mit lauter Stofftieren und – oh Schreck lass nach – einem kleinen Vogelkäfig mit lebendem Kanarienvogel, der am Bimini im Wind hin und herbaumelt!!! Er scheint irgendwie nicht ganz klar im Kopf zu sein. Erst sagt er, er wolle mit uns am folgenden Tag ablegen, dann plötzlich heute un 15 Minuten. Stattdessen legt er dann überraschend mit Mordstempo ab und sagt keinem Bescheid. Da aber starker Westwind von der Seite drückt, kommt er mit der Schraube in unsere Mooringleine, die WD zwar schnell lösen kann, aber sie hat sich um seinen Propeller gewickelt. So wird er vom Hafenpersonal erst einmal längs an einen Fischer gelegt bis ein Taucher gefunden ist, der ihn am nächsten Tag von dem Tau befreit. Wir aber werden längsseits getrieben, wo wir mit vielen helfenden Händen im Starkwind festgemacht werden. Später zieht uns ein Hafenmitarbeiter mit dem Schlauchboot in Position und übergibt uns die Mooringleine, so dass wir wieder fest liegen. Puh! Welch Aufregung! Und Gu wollte nur eben zur Post, Briefmarken für die Postkarten an die Enkel holen…

Wir sind froh dass wir unseren Aufenthalt noch einen Tag im Hafen verlängert haben, denn gerade diese letzte Nacht soll besonders heftig werden . Nachdem alle Einkäufe erledigt sind, gehen wir noch einmal ins hübsche Städtchen, sehen die Sonne vor dem Untergang vom fränkisches Kastro aus und beschließen in einem etwas schickeren (und entsprechend teureren) Gartenrestaurant zu essen. Es ist wirklich sehr gut und man sitzt in einem wunderschön gestalteten Garten mitten in der Stadt. Zurück auf dem Boot blicken wir voller Mitleid noch auf die tanzenden Boote an der Außenmauer. Morgen müssen wir hier raus, leider, aber das Wetter soll ruhiger werden.

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