Die Windvorhersage für heute ist NW bis N 2-3, also bequemes Fahren. Wir starten spät nach dem Frühstück und wollen uns die gegenüber liegende Insel Polyaigos ansehen. Sie soll ähnlich tolle Felsformationen und Höhlen haben wie die S-Küste von Milos. Vielleicht können wir irgendwo bei dem ruhigen Wetter, das aber nur zwei Tage anhalten soll, ankern.



In der Tat ist die Küste sehr beeindruckend, steile Wände in allen Farben, kleine Buchten mit glasklarem türkisem oder stahlblauem Wasser und Höhlen (Capri nichts dagegen), spitze Felsformationen und kleine Sandstrände. Allerdings können immer nur drei bis vier Boote Platz finden, und meist sind die schon da (eine Luxusjacht mit Riesenrutsche!) außerdem müssen auch dort einige Jetski herumrasen, was das Erlebnis trübt. Daher beschließen wir, in einer der ersten schönen aber nicht ganz so spektakulären Buchten zu ankern. Der Anker hält sofort, WD geht baden bei ca. 18 Grad, wir essen den vorbereiteten Fleischeintopf und erhoffen eine ruhige Nacht, sind aber natürlich nicht sicher, ob Schwell in die Bucht kommt.

Die Bucht ist total einsam. Nur ein hübscher großer Erdbeerbaumfalter will sich als blinder Passagier einnisten, doch wird er behutsam wieder in die Freiheit entlassen!
Nach längerer Zeit schwimmen und duschen wir bei 18•. Wie befreiend und erfrischend fühlt sich das an nach den vorangegangenen Tagen im Hafen von Kimolos!
Am späten Nachmittag gesellen sich noch sechs junge Männer in einem Charterboot neben uns dazu. Sie johlen und toben im Wasser wie die Kinder, schwimmen zu einer Höhle und gehen auf Landerkundung auf dieser unbewohnten Insel. Aber des nachts ist zum Glück Ruhe. Ein Sundowner beendet den schönen Tag.
