Die Nacht in der Bucht von Despotiko ist traumhaft ruhig. So wünscht der Seemann bzw. die Seefrau sich das Ankern.
Nach einem ruhigen Frühstück gehen wir gegen 10 Uhr vom Anker. Wir haben es nicht weit, das Ziel Sifnos liegt direkt vor unseren Augen. Der Wind ist schwach, sodass der Motor gestartet werden muss und nach drei Stunden nähern wir uns schon der Hafeneinfahrt von Platys Gialos.
Ein Telefonat mit dem Hafenmeister klärt uns auf, dass wir keine Mooringleine erwarten können, so machen wir frühzeitig unseren Heckanker klar. Wir starten ein wunderbares Ankermanöver, aber 3 Meter vor dem Kai ist die Leine zuende, also neuer Versuch. Da gibt uns der Hafenmeister zu verstehen, dass wir den Anker viel weiter draußen legen müssten, weil der Grund unrein ist. Da das aber nicht geht hat er ein Einsehen und findet doch eine intakte Mooringleine, mit der wir festmachen können. Aber WD soll diese mit dem Dingi holen! 😳 Also Ruder raus, ins Dingi rein, während Gu bereits auf der Anfahrt an den Kai ist! Als WD die Muringleine vom Hafenmeister bekommt, wundert dieser sich, dass er im Beiboot gekommen ist. Irgendwie fragt man sich, wer von wem hat sich hier wohl missverständlich ausgedrückt???!!! Schließlich aber gelingt das Manöver gut und wir zurren uns fest. So liegen wir ganz sicher und können dem erwarteten Sturm gelassen entgegensehen. Nebenan liegt ein hypermodernes Motorboot und blendet glitzernd im Sonnenschein zu uns herüber. Nettes Dingi!

Noch am späten Abend kommt dann auch der erwartete Starkwind, und es kommen selbst im Dunkeln noch Schiffe herein, die Schutz suchen und irgendwo im Hafenrund ihre Anker werfen, nicht immer erfolgreich, aber manchmal hilft eine doch noch entdeckte Mooring. Bei unseren Nachbarn, österreichischen Charterern, reißt diese aber leider und einer der Besatzung taucht mit Neoprenanzug und flickt die Enden wieder zusammen. Immerhin gibt es viel zu bereden.
Am nächsten Tag bleiben wir wegen des Windes in der Nähe, machen nur einen kleinen Spaziergang und essen im Restaurant und ‚Cyclades‘ sehr ordentlich – an die Kykladenpreise müssen wir uns dieses Jahr gewöhnen. Alles etwas 10-20 % höher als gewohnt.



Donnerstag ist die See ruhiger und fast alle Boote fahren ab. Wir wollen aber noch einmal mit dem Bus über die Insel und außerdem ist unser Kühlschrank und das Versorgungsfach leer. Wir fahren mit dem Bus in die Hauptstadt Apollonia, müssen dann allerdings zum Supermarkt wieder eine Viertelstunde den Berg durch weiße Gässchen hoch (!) zurücklaufen. Dann stellt sich auch noch heraus, dass er geschlossen hat! Glücklicherweise ist nur 200 m weiter unterhalb (!) der Hauptstraße der nächste und der ist auch offen. Nachdem unsere Rucksäcke gut gefüllt sind, gehen wir wieder die Straße hoch (!) zum Weg herunter (!) ins Dorf in ein kleines nettes Restaurant an der Kirche, die im Zentrum einer hübschen Fußgängerstraße liegt. Nach dem Essen stellen wir fest, dass der vorletzte Bus weg ist und wir noch über 3 Stunden Zeit haben. WD hat die Idee, nach Kastro zu Fuß zu gehen (ca. 40 Minuten den Berg herab (!) bis zum Meer und dort den Bus zurück den Berg wieder hoch (!) nehmen. GU lässt sich darauf ein, es geht auch fast nur abwärts, aber mit den Rucksäcken und sämtlichen Einkäufen auf dem Buckel kommen wir doch ins Schwitzen. Kastro, ein kleines Dorf um eine ziemlich heruntergekommene Burg, liegt direkt an den Klippen über den Meer. Wir sind aber besorgt, dass wir den Bus verpassen und nehmen uns nicht mehr die Zeit alle Gassen hoch (!) abzulaufen. Dann klappt aber alles bestens und wir kommen samt unseren Einkäufen gut zurück.

Welch ein erfüllter Wander-und Einkaufstag!
Am Boot angekommen wollen wir mit unserer für 15€- Karte Wasser bunkern und stellen fest, dass die Karte ganz leer ist. Der Hafenmeister sagt, das käme häufiger vor, dass dann andere Leute am Steg das Guthaben für Wasser und Strom „klauen“. Aber er kann nichts machen! Sehr ärgerlich! Zum Glück entdeckt ein italienischer Nachbarlieger einen Wasserhahn für umsonst, so dass wir unsere Tanks noch auffüllen können. Wir schlafen dann ziemlich erschöpft trotz heulendem Sturm in der Nacht ausgezeichnet!
