Wir bereiten in Karystos alles zum Auslaufen vor. Brot (lecker mit Sauerteig) wird noch frisch vom Bäcker gekauft, Wasser gebunkert, Abfall entsorgt (dabei nimmt der aufmerksame Hafenmitarbeiter gleich unsere Rolle für den Wasserschlauch mit, er hat gedacht, weil sie neben dem Papierkorb stand, dass es Abfall sei, Pech gehabt!). Kurz bevor wir ablegen, kommt direkt neben uns eine Hallberg Rassy, Blue Lezard, an, der wir schon mehrfach im Sommer begegnet waren. Wir plaudern noch ein bisschen, dann soll es aber nach Andros losgehen. Auch diese neuen Nachbarn raten dazu, da es ungewöhnlich milde heute sei. Wir müssen nämlich durch eine der gefürchtetsten Straßen der Ägäis, den Stenon Kafireas. So verabschieden wir uns guten Mutes. Das erste Problem bereitet aber der Heckanker. Er ist so gut eingegraben, dass wir ihn nicht mit der Hand herausziehen können. Mit Hilfe der Winschkurbel klappt es nach einiger Zeit doch, aber er ist voll von dickem, zähen Schlamm, den wir nur mit Mühe abbekommen. Kleidung und Boot sind total verdreckt und wir versuchen den gröbsten Schlamm wegzuspülen. Als schließlich alles fertig ist, ist immerhin schon eine dreiviertel Stunde vergangen. Die See ist herrlich ruhig in der Südbucht. Als wir das Groß kurz vor Einfahrt in die Straße zwischen Euböa und Andros setzen, ein kleiner Schreck, als wir einen großen runden schwimmenden Stein beinahe überfahren! Doch bei näherem Hinsehen stellen wir fest: es ist eine riesige neugierige Caretta-Caretta! So ein großes Exemplar haben wir hier überhaupt nicht vermutet! Glücklich freuen wir uns nun auf eine gemütliche Weiterreise. Aber Pustekuchen! Kaum sind wir in der Straße, kommt uns der Wind aus Ost entgegen. Außerdem werden die Wellen von Minute zu Minute höher. Uncomfortable, but not dangerous, würde Heikell sagen. Wir haben auch noch Strömung von 1,5kn gegen uns. Als dann im Schutz der Insel Andros die Welle kleiner wird (endlich!), wird es doch noch ein angenehmes kurzes Segel-Vergnügen.
Der Hafen bzw. die Bucht von Batsi, die wir uns ausgeguckt haben, ist hübsch und nur nach Westen offen. Leider wehen diverse Fallwinde in die Bucht und wir liegen extrem unruhig. Dumm auch noch, dass ab und zu Fähren vorbeifahren und noch mehr Schwell in die Bucht bringen. Wir hoffen dann aber auf eine ruhige Nacht.