Wir beschließen am nächsten Morgen nach Ikaria überzusetzen. Der Hafenmeister Vangelis gibt grünes Licht, und so legen wir gegen 9.15 Uhr problemlos ab. Es erwartet uns eine glatte See. Welch ungewöhnliche Fahrt dann unter Motor durch die Straße zwischen Samos und Fourni, wo uns sonst Berg Kerkis stets das Leben schwer macht mit seinen Fallwinden! Gegen 13.00 erreichen wir die Marina und gehen längsseits an den Steg rechts. Wir spritzen White Satin ab, waschen die Wäsche in der Laundry, gehen zur Akti Bar und treffen Marsha, die das Café noch nicht geöffnet hat, da sie ihre arg hüftkranke Mutter, der ein Nagel in der neuen Hüfte los und auf Wanderschaft gegangen ist und erst in zwei Wochen neu operiert werden kann, versorgen muss. Wir plaudern eine Weile, bestellen bei Sohn Dimitris ein Auto, holen dann die Wäsche ab, die gleich aufgehängt wird. Gegen Abend schlendern Marsha und Stefanos bei uns am Boot vorbei, während wir kochen. Die Nacht ist herrlich ruhig.
Am nächsten Morgen geht’s mit dem nagelneuen Dacia-SUV durch die atemberaubende Bergwelt der Südküste und die noch atemberaubenderen engen Straßen nach Manganitis, einem kleinen Fischerdorf an der Südküste mit einem Anlegesteg. Hier gibt es sogar eine kleine Fährverbindung nach Kirikos im Sommer – wenn es denn der Wind zulässt.



Leider gibt’s kein Café, das schon geöffnet hat. Wir wollen weiter zum bekannten Seychellen-Strand, finden ihn aber nicht, vermuten ihn am Tunnelausgang, wo es einen großen Parkplatz und einen kleinen Pfad die Klippen hinunter gibt. Aber wir wollen weiter zum Weingut Karimalis.
Es geht wieder die höllischen Serpentinen hoch zum Pass (wie gut dass das tolle Auto Automatik hat!) und fahren auf der Nordseite weiter zum an einer Straße gelegenen Weingut, das eine atemberaubende Lage hat mit Blick aufs Meer. Es herrscht geschäftiger Betrieb. Wir werden sehr freundlich empfangen von Eleni und Georgios, der uns die Zimmer zeigt. Sie liegen in kleinen bescheidenen Steinhäusern ohne Wasser und Toilette. Ein schönes Bad befindet sich auf dem Hof gegenüber in einem eigenen kleinen Haus. Die Zimmer sind nach unserem Geschmack etwas muffig und dunkel, ziemlich einfach mit folkloristischen Dingen ausgestattet. Nach der Führung geht’s dann zum Mittagessen. Wir essen einen köstlichen Salat, ebenso köstliches Fava und sehr leckere Gigantes.
Wir nehmen jeder ein halbes Glas frischen herben etwas prickelnden Weißwein dazu und genießen auf der Terrasse des Haupthauses den schönen Ausblick.



Nach dem Essen geht’s weiter wieder die weite Strecke Richtung Flughafen zurück nach Kirikos, doch nicht ohne noch den Preis der Zimmer im Mai zu erfragen (45€ pro Person mit Frühstück) und drei Flaschen Weiß-,Rosé- (à 15€) und Rotwein (18€) mitzunehmen.
Die Rückfahrt über den anderen Pass im Norden erleben wir als recht langweilig und enttäuschend: in jeder Kehre liegen jede Menge Schrott, alte Autos oder Landmaschinen, die Blumen in den Gärten der Häuser sind noch nicht erblüht, und leider ist es auch so diesig, dass der Ausblick aufs Meer recht trüb ist.
Abends kaufen wir in Kirikos noch Vorräte ein. Leider auch hier sind wir vom Angebot bes. Gemüse und Obst enttäuscht.
Am nächsten Tag wollen wir nach Patmos weiter, da der dumme Südwind und die Welle weniger sein sollen. (Wie sollen wir jemals nach Westen kommen?) Wir verabschieden uns noch ausgedehnt bei Marsha vor dem Café und später dem hinzukommenden Stefanos mit guten Gesprächen bis in die Nacht.
Wir fallen danach todmüde in die Koje!
