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3 Tage touristischer Vollstress

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Am späteren Vormittag des Pfingstsonntags fahren wir mit unserem Mietwagen (Opel Corsa 45€ mit VV) los Richtung Vergina, um die Königsgräber zu besichtigen. Es geht durch weite Getreide- und Obstanbaugebiete. Besonders die diversen Flussdeltas bieten einen wunderbaren fruchtbaren Boden hierfür. Man wähnt sich eher in Mitteleuropa als in südlichen Gefilden!

Schließlich erreichen wir die Tumulihügel (sie erinnern uns als Miniausgabe derjenigen, die wir in Korea gesehen haben), unter welchen man erst 1992 das Grab Phillip II, vermutlich seiner letzten Frau und weiterer Adeligen entdeckte. Man kann in einen Grabhügel hineingehen, wo ein sehr informatives kleines Museum hineingebaut wurde. Die im Halbdunkel gezeigten Schätze sind überwältigend, auch wenn es sich zum Teil um Repliken handelt. Die Originale befinden sich in Thessaloniki. Zum ersten Mal tragen wir wieder Masken, da einige Busladungen voll von Touristen lautstark herumgeführt werden!

Auf dem Rückweg werden wir in der kleinen Stadt Veroia beim Besuch des Altars des Apostel Paulus von einem ungeheuren Regenguss erwischt, so dass wir uns sogleich auf den Rückweg machen. Wieder durch weite Felder geht es zurück. In den Flussebenen sehen wir tatsächlich den ein oder anderen Storch in der Luft nach Futter suchen.

Wir wählen die Nebenstrecke an der Küste entlang und werden total überrascht von den unendlich langen Sandstränden mit ebenso unendlich vielen Badegästen in vielen Riesencafés und Restaurants! Wir wähnen uns eher an der französischen Atlantik-Küste, Sylt nichts dagegen! Unterwegs kommen wir überraschenderweise in eine Alkoholkontrolle der Polizei: WD muss pusten!!! Aber da wir im Moment eh nichts trinken, war’s natürlich ok. Und nun finden wir auch endlich ein total leckeres Fischrestaurant im Hafen von Katerini, wo wir guten Backfisch mit gutem Salat verschlingen. Das haben wir uns heute verdient!

Bevor wir zum Boot zurückkehren, entdecken wir im oberen Dorf von Platamonas ein in den Berg hineingebautes todschickes Restaurant, das Chalet Castello. Man kann die obere Terrasse mit steiler Treppe oder aber mit dem Aufzug erreichen. Oben bietet sich ein umwerfender Blick auf die Burg und die Tiefebene bis nach Katerini! Wir trinken „nur“ einen Orangensaft, werden aber total verwöhnt mit zusätzlichen Gästeküchlein und Melonenlikör!

Zurück in Platamonas klingt uns schon von weitem der bekannte Umpts-Beat entgegen, und ja, auch wieder steht der DJ hinter seiner Theke. Völlig entgeistert, noch eine Nacht vollgedröhnt zu werden, sprechen wir mit Dimitris. Er macht uns klar, dass dies seine einzig gute Chance auf guten Verdienst ist nach den vorangegangenen Jahren der Krise und Coronabeschränkungen. Er kommt mit einer Flasche Wein zum Boot, die wir antrinken. Da wir ihm nicht böse sein können, entschließen wir uns schließlich herüber ins Café zu gehen und mitzufeiern. Überglücklich schenkt er uns eine zweite, Flasche. Der Wein ist wirklich extrem lecker, es wird ein wirklich netter Abend, und wir fallen um 1 Uhr in die Koje und SCHLAFEN wirklich!

Pfingstmontag

Heute wollen wir den Olymp umrunden. Auf dem Weg wieder Störche, weite Getreidefelder und Obstplantagen, sowie unendlich grüne Wälder. Zuerst geht’s ins berühmte steile Tempe-Tal. Wo eine Hängebrücke den breiten Fluss Pinios überquert. Hier besuchen wir auch die Kirche und Bergquelle, die der heiligen Paraskevi gewidmet ist, der Heiligen der Blinden und Augenkranken.

Natürlich benetzt die Augenkranke ihre Augen mit dem heiligen Wasser!

Es geht weiter durch Berge und Wälder. Wir wähnen uns eher in den Alpen! Und wieder die vielen Getreidefelder und Obstplantagen. Wir sind sehr lange unterwegs. Der Olymp grüßt mal mehr, mal weniger umwölkt herüber. Nach langer Fahrt erreichen wir Elassona, wo wir das berühmte uralte Kloster besichtigen wollen. Leider (natürlich!) haben sämtliche Geschäfte geschlossen. Wir brauchen nämlich dringend einen 5-Liter-Eimer für die Klospülung, (den WD leider hat über Bord gehen lassen im Platzregen vorgestern) doch auch hier werden wir (natürlich!) nicht fündig. Dafür aber können wir das Schauspiel einer Storchenfamilie bewundern, die auf dem Kirchendach ihre Jungen füttern.

Als wir schließlich am Kloster ankommen

Schon relativ erschöpft von der Fahrerei geht’s in die letzte Etappe. Und endlich sehen wir den höchsten Gipfel des Olymp, den Mitikas.

Ein letzter Blick in die Tiefebene

Und endlich – es ist schon Spätnachmittags – soll es zur letzten Sensation, zur Ausgrabungsstätte der Stadt Dion und sein fantastisches archäologisches Museum gehen. Wir haben den ganzen Tag noch nichts bis auf unsere Brote gegessen, wollen aber abends eventuell ins Chalet Castello. Also werden Museum und Gelände (tolle Mosaiken, Mauern über Mauern!) schnell mit knurrendem Magen besichtigt.

Auch steht noch der Versorgungseinkauf für die kommenden Tage am Anker aus. Also geht’s zurück. Inzwischen dämmert es schon. Doch schließlich bekommen wir auch noch den Einkauf hin. So wird leider aus dem Chalet-Besuch schließlich ein Pizzaessen am Strand – aber egal, selten hat eine Pizza so gut geschmeckt. Fazit: Es war eine lange, z. T. sehr spannende Fahrt, die allerdings den Aufwand nicht richtig gelohnt hat.

Im Hafencafé zahlen wir dann unsere Liegegebühren und kaufen Dimitris noch zwei Flaschen von seinem leckeren Wein ab 12€ p.Fl.). Wir nehmen gerührten Abschied von allen. Gern möchte man uns jederzeit wieder als Gastlieger willkommen heißen!

Heute werden wir gut schlafen, 1. todmüde, 2. wenig Gäste (Pfingsten ist vorbei!) morgen wollen wir um 9Uhr los Richtung Kassandra, dem ersten Finger der Chalkidiki.

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