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Wieder in Karystos/Euböa

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Die kleine Insel Kavalliani ist echt eine Überraschung. Der Hafen ist sehr geschützt nach allen Seiten. Es ist eine schmale Einfahrt, aber im Becken gibt es genug Platz zum Manövrieren. Wir sind das einzige Boot und legen längsseits an. Auf dem verlassenen Kai stehen zwei barocke Sessel. Es gibt Straßen, Elektroleitungen auch eine Wasserleitung. Bei einem Erkundungsgang sehen wir immerhin 2 Häuser, aber verlassen.

Die erste Nacht verbringen wir in Ruhe, doch am Morgen ein Schreck: eine Abfalltüte, die wir im Cockpit haben liegengelassen, ist angesagt und die Hinterlassenschaften einer Ratte liegen verstreut im Cockpit und am Fischsack: Hunger und Durst haben das Tier zu uns getrieben.

Wir reinigen ausführlich das Boot und genießen die Ruhe. Die Hitze wird durch einen kräftigen Wind abgemildert. Für die Nacht schließen wir einige Fenster wegen der Ratte (ob sie wiederkommt?), aber komplett geht auch nicht, sonst ersticken wir

Am nächsten Morgen bemerken wir dass sie wohl doch im Badezimmer war. Wie sie herein und vor allem heraus gekommen ist, ist uns ein Rätsel. Offenbar ist aber der Durst die treibende Kraft gewesen.

Heute bekommen wir aber auch erfreulichen Besuch, ein Schiff kommt in den Hafen, ein französisches Pärchen aus der Bretagne. Sie waren schon öfter hier und kennen sich aus, auch mit den Ratten hatten die schon Erlebnisse. Wir werden zum Apéro geladen und unterhalten uns dann 2 Stunden. Auch das Geheimnis der Insel wird gelüftet

In den 80er Jahren gab es Pläne, auf der Insel Ferienanlagen zu bauen. Eine Bank hat dafür das Geld bereitgestellt. Allerdings hat das offenbar mafiöse Unternehmen pleite gemacht, alle Bauten wurden gestoppt und seitdem liegt alle so in diesem halbfertigen Zustand. Die Bank versucht die Insel zu verkaufen, es gibt wohl keine Interessenten.

An nächsten Morgen ist geringerer Wind angesagt, so legen wir ab und segeln vor der Genua den Golf herunter. Ziel ist erst einmal Karystos, weil der Meltemi dann wieder kräftig zu langen soll. Ein kleiner Disput mit Tony, dem Hafenmeister, der uns nicht am Kai längsseits lassen will. So machen wir den Heckanker klar und es gelingt auch das Anlegemanöver ohne Probleme. Letztlich sind wir auch froh, so zu liegen, weil das Boot den Böen so besser ausweicht und wir letztlich ruhiger liegen.

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