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Karlovasi

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Nach einem ruhigen Frühstück brechen wir Richtung Karlovasi auf. Unterwegs telefonieren wir mit Aris, der u.a. unseren Tiefgang wissen will. Gu nennt peinlicherweise 3,50m, was zu großem Gelächter auf beiden Seiten führt. Noch aber ist nicht klar, ob Aris einen Platz hat. Wir fahren trotzdem in die kleine Marina im großen Hafenrund von Karlovasi ein, ein älterer Mann -beim Telefonieren stellt sich heraus, dass es Aris ist!!! – weist uns die Mauer am Slip an, und wir legen problemlos an. Später kommt er zum Erzählen und Kassieren von 30€ für zwei Nächte an unser Boot. Er spricht fehlerfreies Schwäbisch und wir plaudern über gemeinsame Bekannte, die Schifffahrt und die diversen Winterlagerprobleme hier und im Allgemeinen. Von unseren Segelfreunden wissen wir, dass er wohl ziemlich reich und der Besitzer von Land und Immobilien ist. Wir machen noch einen Gang auf einem hübschen kleinen Parallelweg zur Hauptstraße in den Hauptort, wo wir erfolglos nach einem Rummikub suchen und noch Kaffee trinken. Das besondere Café, das gleichzeitig auch noch ein Herrenfriseur ist, steht auf dem Platz des 8. Mai, der Beginn des Aufstands gegen die türkische Herrschaft 1821.

Am Abend feiern wir dann unseren 35. Hochzeitstag im Rooftop-Restaurant des Hotels direkt gegenüber unserer kleinen Marina mit wunderschöner Aussicht aufs Meer und die Türkei – wenn nicht das trübe Wetter jeden Blick verstellt hätte! – bei Prosecco und einem leckeren Essen.
Danach gibts noch ein zünftiges Kartenspiel in unserer Spielerhölle, die nun gut beleuchtet wird durch Gus spezielle Kartentischbeleuchtungskonstruktion!

Am Tag darauf haben wir uns eine Bergwanderung zu einem Nonnenkloster vorgenommen. Der Weg ist meist sehr steil und anstrengend, aber er führt durch wunderschöne Olivenhaine und dunkle uralte Märchenwälder. Die Wegränder sind gesäumt von üppig bunt blühenden Wildblumen (dunkelroter Mohn, Glockenblumen, Klee, Ginster etc.) – eine Augenweide! Wir müssen ganz schön schwitzen, auf halbem Weg lockt in Paleo (dem alten Örtchen) eine Taverne, aber die sparen wir uns für den Rückweg auf.

Nach ca 1 Std erreichen wir schließlich das ziemlich schmucklos gestaltete, neu renovierte Johannes- Kloster. Eine der dort wohnenden zwei (!) Nonnen führt uns in das kleine auch neu gestaltete Kirchlein. Wir kommen gut ins Gespräch mit der sehr jungen Nonne, die aus Rumänien hierher geschickt wurde, um mit ihrer Mitschwester das Kloster zu bewirtschaften und so zu erhalten. Versorgt werden die beiden durch die Dorfbewohner, die dieses Kloster unbedingt erhalten wollen.

Nach kurzer Trinkpause geht’s dann wieder jetzt flotter bergab zurück durch die herrliche Landschaft. Wir nehmen in Paleo am Fuße einer 500-jährigen Platane dann eine kleine Mahlzeit ein und erholen uns so von unseren Strapazen! Danach machen wir noch einen Abstecher zum kleinen etwas verkommenem Kirchlein Agia Triada hoch über dem Hafen, von wo wir einen weiteren schönen Ausblick auf die Marina (mir White Satin!) und das Meer haben.

Nun geht es endgültig hinab. Bei AB kaufen dann wir ein, bevor wir uns ermattet in unsere Koje auf White Satin fallen lassen und sogleich einschlafen. Gegen Abend erwachen wir aus dem Koma, essen noch kurz Brote, um dann ein weiteres Mal in tiefen Schlaf zu verfallen. Welch herrlicher Wandertag liegt hinter uns!

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