{"id":808,"date":"2022-09-27T12:46:58","date_gmt":"2022-09-27T10:46:58","guid":{"rendered":"https:\/\/whitesatin.website\/?p=808"},"modified":"2022-10-06T20:56:22","modified_gmt":"2022-10-06T18:56:22","slug":"mytilini-marina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/whitesatin.website\/index.php\/2022\/09\/27\/mytilini-marina\/","title":{"rendered":"Mytilini Marina"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach herrlich ruhiger Nacht fr\u00fchst\u00fccken wir bei Dimitri. Vorher war ein Mann der Hafenpolizei da &#8211; das B\u00fcro im Haus am Hafen ist verkauft, man muss jetzt nach oben in die Altstadt &#8211; und will nur die \u00fcblichen Bootsangaben. Zahlen brauchen wir nichts f\u00fcr nur eine Nacht!<\/p>\n\n\n\n<p>Dann Abschied, leider, aber f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage sind hohe Windst\u00e4rken angesagt, die wir lieber in der sicheren Marina Mytlini verbringen wollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Um 10.30 legen wir ab. Als wir um die Ecke des Kaps kommen, trauen wir unseren Augen kaum: Gischt, hohe Wellen und Wind von ca. 4 Bft gegen uns!!! Was ist los mit den Wettervorhersagen??? Wir bekommen mehrere Wellen ganz \u00fcber und m\u00fcssen unter Motor kreuzen. Wie gut, dass wir direkt nach der Hafenausfahrt das Gro\u00df gesetzt haben! Dieser Kampf dauert genau bis zum \u00f6stlichen Kap an. Wir ben\u00f6tigen f\u00fcr diese Strecke genau die doppelte Zeit wie sonst \u00fcblich. Auf dem Kurs nach S\u00fcd beruhigt sich alles wieder, und es geht dann endlich auf die Zielgerade, die sich allerdings noch ziemlich lange hinzieht. Gegen 17.30 laufen wir in die Marina ein, wo uns die Hafenjungs beim Anlegen helfen. Wir stellen fest, dass der Hafen um einiges voller geworden ist. Aber wir bekommen eine gute Box am C-Steiger. White Satin bekommt als allererstes eine S\u00fc\u00dfwasserdusche. \u00dcberall befinden sich ja Salzkrusten. <\/p>\n\n\n\n<p>Dann machen wir uns fertig zum kleinen Promenadengang. Wir stellen fest, dass alles noch so ist, wie wir es kennen. Alles ist noch so dreckig wie vorher, die Hauptstra\u00dfe vor der Marina ist noch genauso laut, stinkig und gef\u00e4hrlich wie vorher, die alten H\u00e4user sind noch genauso verfallen wie vorher und die pr\u00e4chtigen Villen sind noch genauso prachtvoll wie vorher!  Nur unser kleines Restaurant mit der Dachterrasse ist verkauft und ein weiteres hat einen Terrassen-Neubau fertiggestellt. Aber wir waren ja auch nur EIN Jahr weg!<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich geht\u2019s zum Abendessen in den Club, der wie immer \u00fcbervoll und laut ist. Und wie immer essen wir auch superlecker!Die neuen Bedienungen sind nicht mehr ganz so sexy und auf Zack, aber egal &#8211; wir sind angekommen in unserem alten zweiten Heimathafen. Jetzt kann der Sturm kommen<\/p>\n\n\n\n<p>Und der kommt! Und wie!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir bleiben insgesamt 4 Tage in unserem lebhaften, immer noch von uns geliebten Mytilini. Der S\u00fcdweststurm l\u00e4sst denn auch Mast und die Wanten pfeifen, so dass Oropax angesagt ist. Es f\u00e4llt sogar der ein oder andere heftige Schauer. Tags\u00fcber waschen wir, verproviantieren wir uns, holen Diesel von der Tankstelle und machen das Boot von innen gr\u00fcndlich sauber. Am zweiten Tag gehen wir den Empfehlungen von Anastasia aus dem Marinaoffice nach: im Gespr\u00e4ch \u00fcber die unsinnige Fl\u00fcchtlingspolitik auf Lesbos &#8211; man hat ihnen ein millionenschweres Fl\u00fcchtlingslager mitten in die Kn\u00fcste gesetzt, das einem Gef\u00e4ngnis nicht un\u00e4hnlich ist, anstatt sie in die Stadt mit deren Bewohner zu integrieren &#8211; erw\u00e4hnt Anastasia die alten Fl\u00fcchtlingsquartiere aus der Zeit des Bev\u00f6lkerungsaustauschs von Griechen und T\u00fcrken gegen\u00fcber der Festung, wo man kleine, aber wenigstens feste H\u00e4user f\u00fcr sie gebaut hat. Wir k\u00f6nnen die kleinen Butzen noch gut ausmachen, aber vor allem entdecken wir auf diesem Gang eine der \u00e4ltesten Lokale aus dieser Zeit, das Hermes, das der Urgro\u00dfvater der heutigen Wirtin aus Kleinasien kommend dem t\u00fcrkischen Besitzer abkaufte, und das noch heute von den Nachkommen gef\u00fchrt wird. Es mutet uns fast wie ein Museum an mit den alten Bildern, Spiegeln in geschnitzten Holzrahmen, uralten Fotos und vielen \u00fcberall verteilten Antiquit\u00e4ten. Auf dem R\u00fcckweg entdecken wir vorm Stadttheater Fahnen, auf denen ein Filmfestival der \u00c4g\u00e4is (AegeanDocs) von internationalen Dokumentarfilmen angek\u00fcndigt wird. Leider stimmen die angek\u00fcndigten Daten vorne und hinten nicht, so dass wir vor verschlossenen T\u00fcren stehen. Doch wie wir dann im Internet sehen, gibt es auf fast den meisten gr\u00f6\u00dferen \u00e4g\u00e4ischen Inseln Vorf\u00fchrungen in den n\u00e4chsten Tagen. <\/p>\n\n\n\n<p>UND: Den zweiten Tag widmen wir auch der Reparatur unseres immer noch undichten Dingi-Bodens. Wir nehmen uns viel Zeit, die Bedienungsanleitung f\u00fcr das Kleben des Flickens zu studieren. Unter Gundels Schirmherrschaft (WDs letzte Versuche waren leider fehlgeschlagen) wird die Reinigung vorgenommen, dann der Kleber mit 6% Aktivator (wie bittesch\u00f6n soll man auf drei Teel\u00f6ffel Kleber 6% abmessen???) gemischt und dann in zwei Schritten das Leck (hoffentlich) zugeklebt: zun\u00e4chst den Schutzflicken f\u00fcr das Ventil, der sich gel\u00f6st hatte, bearbeitet: Kleber aufbringen &#8211; 15 Min trocknen &#8211; aufbringen &#8211; trocknen und dann mit F\u00f6hn hei\u00df machen und dann zukleben. Nun 72 Std h\u00e4rten lassen. Dieselbe Prozedur wird dann am letzten Tag vor unserer Abfahrt mit einem neuen Flicken \u00fcber den ganzen Klebestellen vorgenommen. Puh, da l\u00e4uft so mancher Schwei\u00dftropfen. Auch gibt\u2019s so manche Uneinigkeit im Klebeteam, wie man am besten vorgeht. Egal, das Ding ist aufgeklebt. Jetzt ab in den Keller zum trocknen. Die Zukunft wird\u2019s zeigen, ob wir diesmal erfolgreich waren!<\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend darauf gehen wir ebenfalls Anastasias Empfehlung nach und essen in einem von Fl\u00fcchtlingen gef\u00fchrten Restaurant, das Nan, das quasi in der zweiten Stra\u00dfenreihe am F\u00e4hrhafen liegt. Nicht gerade romantisch, aber alternativ! Es gibt vegetarische Moussaka und Falafel-Wraps. \u00dcberhaupt scheint es, dass dies die Gegend der alternativen Szene Mytilinis ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Leider hat unsere Veto-Ouzo Destillerie trotz anderslautenden \u00d6ffnungszeiten zu, so dass wir unseren Ouzo beim Kellari in Marinan\u00e4he kaufen. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Den letzten Abend verbringen wir noch einmal im Clubrestaurant. Wir essen k\u00f6stlichen Salat und noch einmal die Linguine mit Meeresfr\u00fcchten. Wer h\u00e4tte das gedacht, dass wir solch erhebende kulinarische Erfahrungen wie in den letzten Wochen hier in Griechenland machen w\u00fcrden\u2026<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Irgendwann ist dann auch dieser Sturm vorbei, und so verabschieden wir uns am letzten strahlenden Morgen mit dem Ziel im Golf von Geras zu ankern, um am Folgetag nach Chios \u00fcberzusetzen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach herrlich ruhiger Nacht fr\u00fchst\u00fccken wir bei Dimitri. 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