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Vor Anker in Myrina bei Weststurm

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Wir verlassen morgens um 7.00 unseren Ankerplatz – ohne Frühstück, denn das kann man sich ja noch unterwegs bereiten bei der glatten See! Doch gleich beim Einbiegen in den Golf erstaunt uns eine unerwartete Welle, und noch gleich nach unserem schnellen Frühstück bekommen wir dieselbe kabbelige See vom Vortage. Doch zum Glück frischt der Wind erheblich auf, sodass wir vor der Genua bis fast vor die Einfahrt nach Myrina rauschen. Und auch hier wieder: es gibt nicht einen freien Platz an Land. So ankern wir mit weiteren 11 Booten im Hafen. Mit dieser Fülle haben wir nicht gerechnet! Haben wir etwa in der Öffentlichkeit zu viel von Limnos geschwärmt?! Wir ankern an gehabter Stelle vor dem Strand etwas nahe bei einem ziemlich schwoienden Boot mit Namen Ganesh. Später kommt noch ein noch dichter bei uns ankernder Katamaran (Türke) hinzu. Neben der ganzen Enttäuschung, nun im kommenden Starkwind von West in diesem nach Westen hin weit geöffneten Hafenrund liegen zu müssen mit vielen weiteren Ankerliegern, kommt noch unsere Befürchtung hinzu, eventuell gar nicht an Land zu kommen.
Gegen 18.00 setzt langsam der Wind ein, der minütlich stärker wird und gegen 20.00 uns richtig auf die Nase bläst. Zum Glück liegt unsere Anker stabil. Als dann um 22.00 auch noch Regen einsetzt wird uns klar, dass wir in dieser kommenden Nacht nicht schlafen werden. Nach Mitternacht stürmt und regnet es unbarmherzig, die Nachbarlieger kommen uns andauernd zu nahe, so dass WD – inzwischen im Regenzeug – nach draußen gehen muss um eventuelles Abdriften zu beobachten und etwaige Kollisionen zu verhindern. Gu erfasst inzwischen die eiskalte Panik, steht aber trotzdem auch im Anorak bereit im Falle eines Falles den Motor zu starten. Insgesamt sind wir furchtbar aufgeregt bei diesen tosenden Geräuschen der sich aufbauenden Welle und des Windes in Mast und Wanten, dass wir völlig erschöpft immer wieder unser schützendes Deckshaus aufsuchen und durch die beschlagenen Scheiben beobachten, ob die Nachbarn uns nicht zu nahe kommen. ABER UNSER ANKER HÄLT! Eine furchtbare Nacht, in der wir erst gegen 4.30 etwas Ruhe im Liegen finden können, denn obwohl sich der Wind legt, sind die Wellen noch dermaßen hoch, dass White Satin hin und her schwankt und an sowas wie Schlaf nicht zu denken ist. Bei Sonnenaufgang ist der Regen verschwunden. So können wir dem ganzen Horror zumindest für White Satin auch etwas Positives abgewinnen: sie hat eine Süßwasserdusche ersten Ranges bekommen!

Am Morgen danach tröstet bei klarem Wetter der Blick auf den gigantischen Berg Athos (hinten rechts, leider in Natura viel eindrucksvoller

Leider steht die Welle immer noch in den Hafen, so dass die Ruhe immer noch nicht einkehren will. Wir ankern deshalb weiter nördlich Richtung Stadt, wo es ein wenig ruhiger ist. Und dann – nicht zu fassen – setzt sich der türkischen Kat doch auch noch ganz dicht vor uns. Wir können ihnen fast auf den Frühstückstisch gucken! Will der uns etwa wieder die Nacht vermiesen???
Gegen 16.00 machen wir unser Dingi bereit zu einem Stadtbummel und Einkauf (Gemüsehändler, Bäcker mit Mavro-Brot (🤤) und Supermarkt). Der Wind und die Welle haben Erbarmen mit uns Paddlern, so dass alles gut klappt trotz Welle. Inzwischen ist die See ruhiger geworden. Wir reden noch mit dem KAT, dass er die Kette verkürzen soll, macht er auch, fährt aber dann zum Glück ab! Deshalb kochen wir erleichtert und fallen früh in die Koje. Jedoch trübt das heftige Schaukeln des Bootes parallel zur hereinkommenden Welle die Ruhe, aber nun wird, wenn auch immer mal unterbrochen, GESCHLAFEN!

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