es liegen drei Tage mit wenig Wind aus Süd vor uns. Sollen wir den Süd nutzen um schnell nach Norden zu kommen? In vier Tagen soll wieder ein kräftiger Nord kommen, da müssten wir dann wieder warten. So entschließen wir uns, am Morgen in aller Frühe aus Ikaria abzufahren. Am Vorabend gehen wir in die Akti Bar, wo wir in aller Herzlichkeit Marsha und Stephanos begrüßen und uns dann beim Bier den ganzen Abend unterhalten. Eine globale Schweizerin setzt sich zu uns. Sie ist Gast bei Marsha, lebt seit 17 Jahren als Brookerin in New York und möchte herausfinden warum auf Ikaria die drittältesten Menschen der Welt leben. Sie ist sehr offen und stellt uns viele Fragen. Auch Marsha und Stephanos beteiligen sich. Eine wirklich nette Runde, in der über Gott und die Welt geredet wird. Es ist einfach immer wieder wunderbar auf dieses nette griechische Paar zu treffen. Sie schmeißt den Laden mit Café und Bar und der Vermietung von etlichen Zimmern. Er arbeitet immer, man weiß nie genau was. Wir verabschieden uns genauso herzlich und versprechen bald mal wieder vorbei zu kommen.

Sonnenaufgang in Ikaria mit Kerkis
Die Fahrt von Ikaria beginnt bei platter See und kaum Wind. So bleibt es beim Motoren, leider, aber die Fahrt ist entspannt und wir haben nach 9 Stunden bis Chios vor uns. Da die Strecke nach Lesbos am nächsten Tag noch weiter ist, beschließen wir aber noch drei Stündchen weiterzufahren. Wir haben uns überlegt, Lithi anzulaufen, das wir 2019 schon mal entdeckt hatten, ein sehr geschützter kleiner Hafen mit einem etwas verschlafenen Badestrand und einigen Tavernen.
Und wir werden belohnt: der Wind frischt auf, kommt aus SO bis S und wir laufen, allerdings mit Strömung, 7 Knoten. Endlich schönes Segeln bei flachem Wasser. So kommen wir guten Mutes in Lithi an, außer uns liegt nur ein niederländischer alter Katamaran außer den Fischerbooten im Hafen. Mindestens eine halbe Stunde Unterhaltung folgt mit dem Einhandsegler aus Holland, der schon die ganze Welt mit seinem kleinen Katamaran bereist hat. Er ist kaum in seinem Erzählungsdrang zu bremsen. So sind sie, die Einhandsegler. Sie schweigen wohl viel zu lange vor sich hin und nutzen dann einfach jede Gelegenheit zur Ansprache! Und es geht meist nur um sie selbst, die Reparaturen von Motoren oder billige Liegeplätze.
(übrigens auch er bestätigt die Aussage, die wir von unserer Nachbarliegerin in Ikaria erhalten haben: der vergammelte Betonhafen auf Chios ist geschlossen. Alle Boote mussten raus!)
Leckeres und preiswertes Essen in einer der Tavernen rundet den Tag ab und wir gehen früh schlafen. Morgen geht der Wecker wieder um 6.
