Morgens noch Broteinkauf und Wasser einfüllen. Hier hilft Nachtwache Ladros mit einem Spezialschlüssel (auch er erhält noch 10€ Trinkgeld) und kurz nach 9 Uhr versuchen wir abzulegen. Leider steht der Wind total ungünstig auf dem Fingersteg. Aber mit vereinten Kräften von Ladros (ein Glück, dass wir ihm noch Trinkgeld gegeben haben) und WD kann das Boot vollständig gedreht werden und Gundel gelingt der Ableger! Wir werfen noch einen Blick zurück auf den Olymp, der sich zum Gruße noch einmal vollständig zeigt!

Die Überfahrt zum ersten Finger der Chalkidiki, der Kassandra, verläuft meist unter Motor, jedoch können wir zwei volle Stunden segeln. Spannend wird es, als wir den schmalen und relativ flachen, gut 1km langen Kanal von Nea Potidaia im Norden des Fingers sehen. Wir bekommen fast einen Herzinfarkt, als kurz vor der Einfahrt der DSC – Alarm losdröhnt. Es dauert ein Weile bis wir merken, dass dies ein Zufall ist und nicht etwa eine Warnung vor dem Passieren des Kanals!

Die 17m hohe Brücke befindet sich am Ausgang gegenüber. Wie bei jeder Brücke, die wir mit Mast passieren, hoffen wir inständig, dass die Meterangaben stimmen. Zum Glück stimmen sie, und White Satin kommt mit seinem 14,50m hohen Mast problemlos hindurch.

Wir ankern direkt am Strand des Städtchens Nea Potidaia. Auch vor dem unendlich langen Sandstrand mit hunderten von Badegästen nördlich des Kanals kann man ankern, aber hier sind die Dünen so flach, dass keinerlei Windschutz existiert. Wir finden dann einen guten Platz vor dem südlichen Teil, und kaum liegt der Anker, überfällt uns ein neues Unwetter, ein Regenguss, der sich gewaschen (!) hat samt hoher Wellen – wieder einmal das bekannte Schiffschaukel-Feeling! Doch schon nach 1 Stunde hat Poseidon ein Einsehen mit uns. Regen und Wind hören auf, das Meer glättet sich, und wir erleben neben einem tollen Abendhimmel auch das wunderschöne Aufgehen des Erdbeermondes in seiner vollen Größe und Farbe.


Die Nacht liegen wir völlig ruhig und schlafen hervorragend..

