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Auf verbotenem Terrain

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Wie schon beschrieben, war die Nacht dann doch recht ruhig und alle Sorgen vom Vortag vergessen. Nach kurzem aber herzlichem Abschied trennen sich Nausikaa und White Satin für dieses Jahr. Wir wollen nach Norden und zunächst die Festlandsküste ein wenig erkunden.

Der Wind soll heute aus Süd kommen, was für uns ja günstig wäre, aber er ist zu schwach, sodass wir uns auf einen weiteren Motortag einstellen. Wir blicken mit Bewunderung auf die vollständig mit grünen Wäldern bedeckte Insel Skopelos zurück und schippern an Skiathos vorbei, das diesmal nicht zu unserem Routenplan gehört. Die erste Übernachtungsmöglichkeit am Festland wäre die Bucht von Damuchari, die ein spektakuläres Ambiente haben soll, und in der die Tanzszene aus dem Film Mamma Mia gedreht wurde. Allerdings sind für die nächsten Tage zunehmende Winde und Regen vorhergesagt, sodass wir lieber schnell weiterkommen wollen, der Tag ist ja noch früh. So beschließen wir, wenigstens weitere 30 sm bis Agiokampos zu kommen. Nach Kartenlage müsste es ein sicheres Plätzchen bieten können, wenn auch nicht viel darüber im Handbuch steht. Vorsichtshalber schauen wir uns 6 sm vorher noch den kleinen Hafen Agrilia an. Im Eingang iegt ein großes Fischerboot, dahinter wäre noch Platz, doch der Fischer bedeutet uns, dass der Hafen bei dem herrschenden Südwind unangenehme Wellen hat. So geht es denn weiter die restlichen Meilen bis Agiokampos.

Dort erwartet uns ein seltsames Schauspiel. Wie die Fotos zeigen, sind im ganzen Hafen riesige Betonklötze gelagert, die für Wellenbrecher vorgesehen sind. Kein Boot liegt im Hafen, aber wir können festmachen und sind sicher vor den Wellen. Kaum haben wir alles klar gemacht, kommt die Hafenpolizei vorbei in Gestalt einer Polizistin und eines Polizisten. Nach einer freundlichen Begrüßung teilen sie uns mit, dass wir leider nicht da liegen können, da der Hafen ‚under construction‘ sei und die Sicherheit nicht gewährleistet sei. Wir müssen den Hafen sofort verlassen. Da hilft auch Gundels Jammern und freundliches Bitten nichts. Erst als die Frage aufkommt wohin wir denn fahren sollen, kommen sie ins Grübeln. Der nächste Hafen ist mindestens 3 Stunden entfernt, die Nacht bricht schon an, außerdem soll es Regen geben. Das führt schließlich zu dem Ausweg uns ‚wegen der schlechten Wetterbedingungen ‚ das Verbleiben bis zum nächsten Morgen zu gestatten. Offenbar ist das die Formulierung, die sie untereinander vereinbart hatten, um es vor den Vorgesetzten zu rechtfertigen. Schließlich sagt das Seerecht, dass einem Boot bei schlechtem Wetter ein Nothafen nicht versagt werden darf.

Wie um ihnen nachträglich den offiziellen Rechtfertigungsgrund zu geben, kommt kurz nach ihrem Weggang eine Unwetterwarnnachricht über das Handy. Es wird vor starkem Regen und Gewitter in den nächsten 24 Stunden gewarnt. So können wir beruhigt ein Abendessen aus den Resten der Vorräte kochen, aber dann beginnt auch schon ein heftiger Regenguss und ein Gewitter zieht schnell über uns hinweg. Aber immerhin haben wir den guten Liegeplatz und können schlafen.

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