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Drei Tage Thassos

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Heute steigen wir ein zweites Mal die Akropolis von Limenas (=Thasos). Zum ersten Mal waren wir 2015 mit Familie Stegborn/Hamann oben. Wir hoffen das Amphitheater zu sehen, doch wird es restauriert und ist für Besucher geschlossen. Schade. Der weitere Weg bis zur Burg ist nach wie vor steil und richtig anstrengend, geht aber durch herrlichen Pinienwald. Wir kommen bei der Hitze ganz schön ins Schwitzen, doch die tolle Aussicht auf die Stadt, die Häfen und das Meer machen die Mühe allemal wert.

Die verlorenen Kalorien müssen nach dem Abstieg wieder hereingeholt werden, und so essen wir zu Mittag in einem (mittelmäßigen) Restaurant am Alten Hafen zu Mittag. Unsere Oberschenkel und Knie sind doch recht in Mitleidenschaft gezogen nach dieser unserer Bergtour und freuen sich auf eine Pause, die dann auf dem Boot fortgesetzt wird.

Am späten Nachmittag besuchen wir das Archäologische Museum mit der berühmten unvollendeten Kurosstatue eines Jünglings mit Widder (600 vor Chr). Sie steht gleich in voller Größe im Eingang, so dass jeder Besucher sofort wie angewurzelt vor Staunen stehen bleibt und voller Bewunderung hinaufblickt zur 3,5 m hohen Statue.

Aber das Museum bietet auch sonst tolle Exponate an aus allen Epochen der Geschichte von Thasos. Alles ist gut aufbereitet. Eigentlich bräuchte man einen ganzen Tag und noch mehr, um alles genau zu studieren.

Nach unserem Rundgang durchs Museum geht’s zurück zum Boot, wo wir Abendbrot essen und früh schlafen gehen.

Für den nächsten Tag mieten wir ein Auto. Wir wollen die Insel umrunden, vor allem aber das tolle Nonnenkloster Archangelos Mihalis, des Erzengels Michaels, besuchen und nebenbei auch nach möglichen Ankerplätzen schauen.

Als Frau sind züchtige lange Röcke und bedeckte Schultern, für Männer lange Hosen die Eintrittskarten ins Kloster. Hast du keine eigenen mitgebracht, so verteilt eine „Anstandswächterin“ merkwürdige Kleidungsstücke an sittenwidrig gekleidete Besucher. Das ergibt oft recht eigenartige modische Akzente, die hier zur Schau gestellt werden!

Man kann nur eine kleine Kapelle mit uralten Ikonen besichtigen, ansonsten aber bietet das Kloster einen fantastischen Blick auf das Meer – und auf den Berg Athos, welcher sozusagen als männliches Gegenstück direkt gegenüber liegt! (Es sollen hier die besten Ferngläser in den jeweilig gegenüber liegenden Zellen, dort drüben der Mönche, hier der Nonnen, sehr begehrt sein!)

Wir sind auch ganz erstaunt, eine tolle umfangreiche Waffensammlung in einem Frauenkloster zu entdecken – was aber natürlich am Namensgeber des Erzengels Michael liegt, dessen Ikonenbild auch schon in der kleinen Kirche umgeben ist von jeder Menge alter verzierten Dolche als Votivgaben.

Die Fahrt geht weiter in die Berge in die ehemalige Inselhauptstadt Theodoros, herrlich gelegen in einem recht sanft aufsteigenden Tal. Hier bewundern wir die Häuser im alten Baustil mit Holzbalkonen und Schieferdächern.

Uralte Platanen spenden Schatten. Auf der Aussichtsterrasse eines heimischen Restaurants essen wir köstliches Briam und Hähnchen vom Grill.

Wir besuchen danach noch das nette Heimatmuseum, das beherbergt wird im wieder errichteten Haus des großen Helden von Thassos, dem 2,10m großen Chatzi Giorgios, der das Volk von Thassos in die Unabhängigkeit (1821) führte. Der freundliche Museumsführer steht eigens von seinem Stuhl an der Kasse auf und erzählt uns in gutem Englisch die Geschichte der Stadt und von den großen Taten des Volkshelden. Er wurde durch eine List zurück aus dem Exil an Land auf die Insel geholt, wo ihn 10 Türken erschießen wollten. Doch überlebte der starke Mann und erledigte noch fünf Türken selbst, während die anderen fünf flohen. Er erlitt schwere Bauchwunden, blieb aber noch weitere drei Jahre am Leben.

Auf dem Rückweg entlang der weniger spektakulären Westküste machen wir noch eine Kaffeepause in einem kleinen Badeort (Skala Marion), wo es auch eine Anlegemöglichkeit an einer Mauer gibt.

Dann geht’s weiter zurück nach Thasos, wo unterwegs ein Kanister Diesel fürs Boot getankt und bei Lidl noch einmal ordentlich gebunkert wird. Morgen wollen wir endlich einen Ankerplatz aufsuchen und der Stadt den Rücken kehren.

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