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Erster Törn – nach Thassos

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Die erste Nacht wieder auf White Satin war einigermaßen ruhig – bis auf die noch ungewohnten Geräusche der Mücken. Von den Traktor- und Krangeräuschen werden wir geweckt, und auch schon kurze Zeit später kommt einer der freundlichen „Kranmänner“ und gibt Bescheid, dass wir gegen 11.00 ins Wasser sollen. Jetzt heißt es sich ranzuhalten: schnell die Genua bereiten, nochmal das ganze Boot vom „Glassand“ befreien und anschließend mit Wasser auffüllen. Zum Glück ist auch Stavros diesmal da, so dass die letzten finanziellen Dinge ( 2 neue Batterien, Erneuerung des Gasschlauchs und Campinggas) geregelt werden können. Die beiden fähigen Jungs/Arbeiter/Kümmerer bekommen ihr Trinkgeld (je 30€) und setzen uns dann pünktlich kurz vor 12.00 ins Wasser. Der dritte (Wlad) ist irgendwo auf dem Gelände und erhält sein Geld über den Kranmann) Was wäre Stavros ohne sie???

Im Wasser geht’s sofort los bei mäßigem Wind Richtung Thassos. Herrlich! Wir freuen uns wie Bolle und das Honigkuchenpferdgrinsen von Gundel hält noch lange an…

Anfangs motoren wir über eine glatte See, doch später kommt ein wunderschönes Segelwindchen auf, so dass wir mit 2-4kn unter Segeln gen Thassos gondeln.

Gegen 16.30 erreichen wir das große Hafenrund und legen neben der Fähre an, dann aber wechseln wir noch einmal, da die Generatoren uns zu laut sind, nach weiter vorne.

Es ist heiß aber durch ein Windchen gut aushaltbar. Sofort packen wir die Räder aus, mit denen wir die seit zwei Monaten vor sich hin müffelnde Wäsche in die Wäscherei fahren. (1 kg – 5€) Natürlich geht es danach gleich in unser Art-Hotel zum Cooldrink. Insgesamt ist es ruhiger geworden im Ort, so dass wir die Fluchtgedanken von Juni vernachlässigen können.

Abends essen wir Brote und Salat auf dem Boot. Dann schnell den Windsack gegen die Hitze ausgepackt – aber es weht auch mittlerweile sowieso ein schöner Wind, so dass die Nacht angenehm kühl ist.

Der nächste Tag und die folgenden drei widmen wir uns dann einer Entdeckung, die schon einer kleineren Katastrophe gleicht: wir haben Wasser (zum Glück süß!) im Keller, der Bilge, und alles dort befindliche Zeugs ist nass! Also alles raus und ind Cockpit zum Trocknen!

Wir finden nach langer qualvoller Suche die Ursache: der Warmwasserboiler ist leck! Ein kleiner aber stetiger Tropfen tritt aus unbekannter Stelle aus und nässt unsere schöne White Satin ein.

Romantischer Törnbeginn sieht anders aus! Es ist ziemlich heiß, und der Aufenthalt im verwinkelten Keller ist schon eine physische Herausforderung, da unsere Extremitäten in unserem Alter auch nicht mehr so leicht faltbar sind. Jedenfalls versucht WD die Tropfen mit Silikon aufzuhalten, was leider nicht gelingt. So müssen wir nun Wohl oder Übel mit einem Provisorium von Auffanggefäß und Lappen die kommenden 5 Wochen auskommen, bis dann im Winterlager ein neuer Boiler fällig ist.
Trotzdem haben wir nun genügend Zeit mit den Rädern sämtliche Einkäufe zu tätigen, schön gepflegt Kaffee in „unserem“ Hotelgarten zu trinken – und nachts gegen die Mücken zu kämpfen. WD wird sogar im Schlaf (!!!) von einer Wespe gestochen, so dass seine ganze Hand die nächsten zwei Tage ungeheuer anschwillt! Wir stellen außerdem noch fest, dass es einen ziemlichen Schwell im Hafen gibt trotz geringer Windstärken, und man diesen Platz nicht unbedingt bei Starkwind empfehlen kann.
So beenden wir dann unseren nicht geplanten längeren Aufenthalt am 13.09. und legen gegen Mittag ab Richtung Kallirachi – mit zwei gut gefüllten 10l-Kanistern Frischwasser, damit wir die Wasserpumpe möglichst nicht betätigen müssen, die ja das Wasser automatisch in den Boiler pumpt.


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